Kontaktdaten

Gemeinde Küsten
Bürgermeister: Michael Schulz
Dorfplatz
29482 Küsten
Tel. 05841-704 87
Fax: 05841-704 87
kuesten@luechow-wendland.de

Bürozeiten:  Dienstag + Donnerstag von 8:00 bis 10:00 Uhr

Einwohnerzahl: 1.363

Anzahl Ortsteile: 18

Außergewöhnliche Veranstaltungen
Kuchenbüffet der Küstener Tortenfrauen im Rahmen der Kulturellen Landpartie 

Besondere kulturelle Angebote
Musikveranstaltungen auf dem Hof Flammer in Tolstefanz

Welche Raritäten oder Kuriositäten gibt es zu bestaunen?
500 jährige Eiche auf dem Dorfplatz in Küsten
Rundlinge mit Zwei-, Drei- und Vierständer-Hallenhäusern

Besondere historische Bauten
Friedenskirche in Küsten mit dem Altar des Bildhauers Jürgen Goertz
www.kirche-kuesten.de
Mittelalterliche Feldsteinkirche in Meuchefitz
Neugotische Christuskirche von 1865 in Krummasel

Erwähnenswerte Geschichten, Sagen oder Legenden
Der Frühgottesdienst

Erwähnenswerte historische Ereignisse
1904 Großbrand in Küsten

Besondere Serviceangebote
Trauungen in der Marienkapelle von 1909 in Lübeln
Jiu-Jitsu Sparte vom Sportverein Küsten
www.sv-kuesten.de

Natursehenswürdigkeiten
Totenweg von Gühlitz nach Meuchefitz

Der Frühgottesdienst

Heutzutage wäre es wahrscheinlich gar nicht mehr möglich, einen Gottesdienst um 4 Uhr morgens anzusetzen, doch zur Zeit unserer Großeltern gab es noch die sogenannte Frühpredigt. Sie begann morgens um 4 Uhr. Da hieß es rechtzeitig raus aus den Federn, denn die eigentliche Arbeit begann für sehr viele Menschen schon direkt im Anschluss um 5 Uhr.

Doris war Magd bei einem Bauern in Süthen. Morgens trafen sich die Mädchen des Dorfes, um gemeinsam zum Gottesdienst nach Küsten zu gehen. Sie lag noch im tiefen Schlaf, als es plötzlich an ihr Fenster klopfte. Doris schrak hoch. Eine Stimme von draußen rief: „Steh auf! Der Gottesdienst beginnt gleich“! Doris sprang aus dem Bett, zog ihre Kirchenkleidung an und hetzte nach Küsten. Als sie die Kirche erreichte, hörte sie bereits die Gemeinde singen. Hastig trat sie ins Gebäude.

Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Doris blieb am Eingang stehen und schaute durch die Reihen, doch nirgends war mehr ein freier Platz zu entdecken. Auch ihre Freundinnen waren nicht zu sehen. Überhaupt herrschte eine seltsame Atmosphäre in der Kirche, auch deswegen, weil Doris gar keinen der Kirchenbesucher kannte.

Plötzlich trat eine Frau aus der Reihe und ging auf die junge Magd zu.

„Doris, geh wieder nach Hause! Heute findet die Messe nur für die Toten statt!“

Erst jetzt erkannte Doris sie wieder. Die fremde Frau war erst vor wenigen Tagen in Süthen verstorben.

Doris drehte sich um und so schnell ihre Beine sie tragen konnten, hetzte sie zur Tür, riss sie auf und flüchtete hinaus. In der Eile bemerkte sie erst jetzt, dass ihre Schürze eingeklemmt war.

Sie musste die Tür noch einmal kurz öffnen. In diesem Moment erhoben sich die Toten von den Bänken und stürmten auf sie ein. Sie trieben Doris bis nach Hause und in ihre Kammer. Die Kirchturmuhr schlug genau 1 Uhr.

Doris erwachte durch den Glockenschlag. Sie hielt inne. „Was war hier passiert?“ fragte sie sich. Obwohl niemand zu sehen und zu hören war, blieb Doris auch noch später der festen Überzeugung, dass dieses schaurige Erlebnis nur Wirklichkeit gewesen sein konnte.

Undine Stiwich