Kontaktdaten

Gemeinde Trebel
Gemeindedirektor: Hubert Schwedland
Theordor-Körner-Straße 14
29439 Lüchow (Wendland)
Telefon: 05841-126 101
trebel@luechow-wendland.de
www.trebel.de

Bürgermeister: Torsten Breese
Lindenallee 19
29494 Vasenthien

Bürozeiten:
nach Vereinbarung

Einwohnerzahl: 1002

Anzahl Ortsteile: 11

Außergewöhnlichen Veranstaltungen
Heideblütenfest
www.trebel.de
Kiekemarkt Trebel

Welche Raritäten oder Kuriositäten gibt es zu bestaunen?
Johann Stein Orgel, Trebel
www.trebel.de

Besondere historische Bauten
Dreiständerhaus von 1734 in Dünsche
www.damals-im-wendland.de

Erwähnenswerte historische Ereignisse
Waldbrand von 1975
www.de.wikipedia.org

Natursehenswürdigkeiten
Nemitzer Heide
www.nemitzer-heide-touristik.de

Kontakt:

Nemitzer Heide Touristik e.V.
Ansprechpartner: Wilhelm Schwabe
Tannenweg 8
29475 Gorleben
Telefon: 05882-8026
info@nemitzer-heide-touristik.de
www.nemitzer-heide-touristik.de

Eis - Wind - Feuer - Salz

sind Elemente, die die Landschaft und auch die Menschen in der Gemeinde Trebel ganz entscheidend geprägt haben

 

EIS und Schmelzwasser als Materialtransporter
 
Die Landschaft im Raum Trebel wurde durch den Druck und die Wucht der Eismassen während der letzten Eiszeiten entscheidend geformt. Dabei wurden große Mengen an Sand, Kies und Steinen bewegt, die sich in mächtigen Schichten ablagerten. Diese Grundmaterialien waren und sind nach wie vor ein unerlässliches Baumaterial für Häuser und Infrastruktur im Wendland sowie ein typisches Merkmal unserer Region.

WIND Gestalter der Landschaft

Große Flächen wurden nach der letzten Eiszeit regelrecht ausgeblasen. Dort entstanden sehr nahe dem Grundwasser die Niederungen. Gleich daneben die aufgetürmten Dünen, Sandberge mit wenig Leben, mit denen die Menschen geduldig zurechtkommen mussten. Arme oder zu nasse Böden - beides keine guten Grundlagen für ein gedeihliches Auskommen. Nicht nur in Trebel, sondern auch in allen Dörfern der „Sandregion“ des östlichen Lüchow-Dannenberger Kreisgebietes. Der Wald war neben einer eher kärglichen Landwirtschaft die einzige Möglichkeit, etwas Wirtschaftskraft zu entwickeln. Die großen Wälder gehörten aber zu der sogenannten „Adeligkeit“ nach Gartow. Nur rings um die „freien“ Dörfer entstanden arme bäuerliche Kiefernwälder. Spöttisch wurden deren Einwohner daher die „Kliesenpetter“ gerufen. Wind sorgte vor dem Strom für Energie. Windmühlen sind heute zur Stromversorgung wieder im Kommen - aber auch konfliktbelastet. Nicht immer sind sich Betreiber, Kommunen und Anwohner über deren Ansiedlung einig.
Erstaunlich immerhin, dass sich in Trebel seit dem Mittelalter über lange Zeit ein reges Markgeschehen bis in die 1950iger Jahre einstellen konnte. Die Leute kamen zusammen, um vor allem Geschäfte abzuschließen. Vieh, landwirtschaftliche Produkte, Kleidung und Haushaltswaren gab es in einer Fülle von Verkaufsständen rings um den Marktplatz und den Kirchhof. Aber auch das Vergnügen mit Bierausschank, Tanz und Musik gehörte dazu. Hier wurden manche festen Ehebande geschlossen. Der „Kieke-Markt“ und der „Griepe-Markt“ waren dafür wie geschaffen: Im Frühjahr „kieken“ (ausschauen) und im Herbst „griepen“ (zugreifen).

FEUER neues Leben aus der Asche

Die bisher größte bekannte Katastrophe in Trebel und Umgebung ereignete sich im glutheißen Sommer 1975. 2.000 ha schwarzer schweigender Wald – tot. Aus dieser verkohlten Landschaft ist dann - wie zum Trotz - etwas Einmaliges entstanden. Die Nemitzer Heide - ein Lebensraum der besonderen Art. Keine Wiederaufforstung der monotonen Kiefernwälder, sondern die Entwicklung der Heide zuzulassen, war vor über dreißig Jahren die Idee. Eine richtige Entscheidung, besonders für seltene Tiere und Pflanzen, für die hier ein wichtiger Rückzugsraum entstanden ist. Stellvertretend sei der in Niedersachsen fast ausgestorbene Brachpieper genannt. Auch dem Wiedehopf kann man auf Wanderungen durch die Heide und Moorlandschaft begegnen. Die Nemitzer Heide ist zu jeder Jahreszeit schön und reizvoll. Sanddünen voller Besenheide; besonders zur Blütezeit ein dichter violett blühender Teppich. Aber auch im Winter wirkt die Landschaft bei Schnee und Nebel auf den Menschen - schwer und mystisch.
Die Einwohner der Gemeinde Trebel haben zusammen mit dem Landkreis Lüchow-Dannenberg die Chance genutzt und ein touristisches Kleinod mit besonderer Qualität entwickelt. Mittlerweile ist die Nemitzer Heide regelrecht entdeckt worden. Wenig Niederschläge und der absolut reine Sandboden grenzen diese Heidelandschaft gegen die viel weiter westlich liegende Lüneburger Heide als Landschaftsraum ab.

SALZ in der Tiefe lockt
 
Vor Millionen von Jahren entstanden und „jungfräulich“ wurde 1977 der Salzstock Gorleben als Standort für die Wiederaufarbeitung und Endlagerung des Atommülls aus deutschen Kernkraftwerken interessant. Die Entscheidung für den bisher kaum beachteten Standort, in dieser am Rande der westlichen Welt liegenden dörflichen Idylle, war ein schwerer Einbruch mit sozialen und politischen Verwerfungen. Zwar bis heute noch nicht ganz bewältigt, setzte der Widerstand und Konflikt gegen und mit dieser Entscheidung auch ungeahnte positive Entwicklungen frei. Der Bekanntheitsgrad der Region wuchs erheblich – man kann sagen weltweit. Es interessierten sich plötzlich Viele für die beschauliche „Grenzregion“ im östlichsten Zipfel Niedersachsens. Künstler, Kunsthandwerker, Individualisten, Stadtindianer, Selbstverwirklicher und Selbstversorger konnten sich sogar vorstellen, auf Dauer hier zu leben und zu arbeiten. Damit fanden kulturelle Vielfalt und kreatives Leben Einlass in die Dörfer. Und von all dem hat auch Trebel in seiner Lebensqualität profitiert.

Eckart Krüger